
Julian Haart
„J. J.“ Riesling Kabinett
2024
100 % Goldtröpfchen – und ein großer Wurf aus einem Kabinett-Jahrgang „wie in den 90ern“!
Grün-gelbe Rieslingtrauben aus der Piesporter Paradelage, dem Goldtröpfchen, benötigt Julian, um im Jahrgang 2024 einen Kabinett zu füllen, der es in sich hat und uns nicht mehr loslässt: der „Jay-Jay“!
Von einem idealen Kabinett-Jahrgang spricht Julian, wenn er über die Bedingungen an der Mosel im vergangenen Herbst spricht. Für Spätlesen waren die entsprechenden Mostgewichte meist zu niedrig, sodass sich unser enorm alerter Winzer auf sein Parade-Prädikat, den Kabinett konzentrierte und so alles aus dem Jahrgang herausholte, was die Natur zu bieten hatte: genial erfrischende, hinreißend animierende Rieslinge mit feinem Frucht- und Säurespiel! Wenn man diesen tänzelnden Kabinett, eine Inkarnation der Leichtigkeit, trinkt, fällt es schwer zu glauben, wie viel Anstrengungen und Mühen notwendig waren, um solch einen vibrierenden Riesling einzufangen. Da duftet es prägnant nach Meyer-Zitronen und Honigmelonenschale aus dem Glas, Noten von Zitronenmelisse und Minze umhüllen die Frucht, die, mit einem Hauch Schieferwürze grundiert, Zeugnis ihrer Herkunft ablegt. Der im großen Fuderfass ausgebaute Riesling besticht am Gaumen durch eine seidige Frucht, packt mit präziser, zartgliedriger Säure zu, die von einer geradezu leichtfüßigen Fruchtsüße ausbalanciert wird. Und dann ist da die feingewobene Struktur, die für subtilen grip sorgt und der rassig-verspielten Frucht Flügel verleiht. Julian kann stolz auf sich sein, in diesem Preissegment bereits einen so unglaublich vielschichtigen Kabinett eingefahren zu haben. Das ist schlicht großartig!
Woran man einen guten Kabinett erkennt? Eine Frage, die wir uns immer wieder stellen, für die wir eine einfache Antwort haben: Genau dann, wenn dieses „Prädikatsthema“ gar keine Fragen aufwirft. Denn Julians „J. J.“ von 2024 ist in derart perfekter Balance, dass Parameter wie Säure und Fruchtsüße überhaupt keine Rolle spielen. Das ist ein Riesling wie aus einem Guss, unglaublich animierend und präzise, dass es uns schier den Atem verschlägt. Hier passt einfach alles, der Wein wirkt wie ein organisch gewachsenes Naturerzeugnis, ja als wären die Trauben nur für die Herstellung dieses Jay-Jay geboren worden. Die große Kunst liegt nicht darin, einen üppigen Kabinett zu erzeugen, der oftmals schon eher einer fruchtsüßeren und dadurch intensiveren Spätlese gleicht. Nein, „weniger ist manchmal mehr“. Das ist das Motto dieser Prädikatsstufe für die Zukunft. Julian, der bei Koryphäen wie Egon Müller im Scharzhofberg gearbeitet hat, ist sich der Gültigkeit des „less is more“ bewusst. Und so liest er bei niedrigen Oechslegraden physiologisch reife, aber aromatisch noch ganz zarte Trauben. Der Wein scheint dann am Gaumen förmlich zu schweben, was aufs Schönste und Nachvollziehbarste erklärt, warum ein „Kabi“ für viele Rieslingfans der klassische Moselwein par excellence ist. Vermutlich auch nicht zuletzt seines niedrigen Alkoholgehalts wegen, die ihn zu einem wunderbaren Apéritif- oder Terrassenwein machtwerden lässt und naturgemäß auch zum idealen Begleiter für leichte, feine Speisen, zumal solche mit asiatisch-pikantem Twist.
Schon jetzt traumhaft, sicheres Potenzial für 15–18 Jahre.
Trevererstraße 12
54498 Piesport
Deutschland
Julian Haarts Kabinett-Riesling „J. J.“ präsentiert sich 2024 mit fabelhafter Balance, saftiger Frucht, vibrierender Säure und würziger Schiefer-Mineralik.