Schicht für Schicht schönster Schiefer!
Caroline Diel, ehemalige Praktikantin im Bordelais, Rheingau, Südafrika, Neuseeland und (mal eben so) auch beim renommiertesten Weingut Burgunds, der Domaine de la Romanée-Conti, hatte bald gelernt, dass die wahren Schätze jedes Weinanbaugebiets sich stets auf eine Formel reduzieren lassen: Lage, Lage, Lage!
Schon ihr Vater, Armin Diel, setzte sich als langjähriger Vorsitzender des VDP an der Nahe sowie als Publizist für die einzigartige Vielfalt deutschen Weins und seiner Landschaften ein. Nicht von ungefähr sind Rang sowie Eigenheit der jeweiligen Lage das Fundament der Diel’schen Weine. Caroline kann als Nahewinzerin auf eine einzigartige Bodenvielfalt zurückgreifen, auf engstem Raum wechseln sich hier Schiefer, Kieselsteine auf Konglomerat der Permzeit, Lößlehm, Quarzit und Rotliegendem ab.
Der Ortswein aus Burg Layer Lagen ist vom Schiefer geprägt, der in der Rieslingtraube, die hier nachweislich seit mindestens 500 Jahren angebaut wird, wohl seine höchsten Ausdruck findet. Die Trauben stammen primär von den jungen Anlagen aus der Spitzensteillage des Schlossbergs sowie angrenzenden Lagen wie Johannisberg und Hölle. Schlüssel für die überragende Güte dieses Edelrieslings ist Carolines Qualitätsverständnis. Dieser Ortswein wird mit der gleichen Sorgfalt behandelt wie die Großen Gewächse und sogar zum selben Zeitpunkt abgefüllt. Denn wenn Carolines Hausstilistik neben dem terroirbezogenen Fokus etwas prägt, dann ist es der beharrlich sorgfältige Ausbau aller Weine.
Die von Hand gelesenen Trauben werden schonend gekeltert und mit weinbergeigenen Hefen sowohl im Edelstahltank als auch mehrfach belegtem Eichenholz (aus heimischen Wäldern!) ausgebaut. Das Bouquet zeigt sich äußerst kompakt und fein, im Duft gelbe Pflaumen, Blüten, Agrumen sowie eine zarte Schiefernote. Am Gaumen wirkt der Riesling sehr ausgewogen, saftig (Nektarinen, Zitronen und Eisenkraut – typisch Nahe!) und hat einen cremigen Kern. Hier wird Anspruch mit Charme vereint. Eine gewisse Fruchtausprägung ist vorhanden, dank des trockenen Ausbaus aber intensiviert sich indes der Eindruck, den „Fußabdruck“ des Bodens im Glas zu haben. Die Säurestruktur ist reif, die salzig-zitrische Note im Nachhall so erfrischend wie „folgerichitig“ – ein bemerkenswert animierend mineralischer Ortswein!
Ab sofort bis etwa 2030+.